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Traumschöne Düsternis in Driever

»Musica de Barrio« aus Bremen konzertierten im Gulfhof

Von Ole Cordsen, 09.11.2011, GAZ Ostfriesland

Das Trio bot eine aufregende Mischung aus Tangos, französischer Musette und Jazz, die eine ganz besondere Spannung bezog aus spektakulären Kontrasten und Überraschenden Wendungen.

Am Anfang ist Stille. Doch urplötzlich wuchtet sich Pianist Michael Berger von seinem Schemel empor, greift mit den Fingern in die Saiten des Flügels, reißt daran, lässt Bassoktaven grollen wie Donner, zupft zarte Obertöne hervor. Auch, nachdem er sich wieder gesetzt hat, hackt er leidenschaftlich in die Tasten, lässt Akkordkaskaden wild durcheinander purzeln. Erst wüst und schnell, dann verlangsamend. Und aus den Trümmern schälen sich plötzlich liebliche Akkordeon-Harmonien, schleichen sich wundersam sanfte Saxophon-Melodien hervor.

Es ist das wohl kalkulierte Spiel mit Kontrasten, aus dem die Musik des Trios »Musica de Barrio« aus Bremen ihre Energie schöpft. Ein ums andere Mal gab es begeisternden Applaus
für das furiose Konzert im Gulfhaus Dartein in Driever am Sonnabend.

Wie ein Parcours-Läufer, der aus dem Stand Wände erklimmt, gelenkig aus dem Nichts halsbrecherische Wendungen vermag, um die Welt von anderen Standpunkten sehen zu können, erwecken Berger, Christoph Linke (Saxophon) und Mariska Nijhof (Akkordeon) ihre Musik zum Leben. Und sie schicken die Zuschauer in einen aufregenden Wechsel von Fallen und Aufgefangen werden, wie in einem unruhigen Traum.

Die drei Instrumentalisten lassen sich wechselseitig Platz und ringen doch miteinander, werfen den Zuhörer ins kalte Wasser des Ungewissen, mitunter auch Rätselhaften.
Und doch – Minuten später - reichen sie Ihm die Hände, die fast schon vergessenen Themen und Motiven kehren wieder, nach dem Sturm kehrt Ruhe ein.

Musikalisch umkreisen »Musica de Barrio« überwiegend den Dreiklang von argentinischem Tango, französischer Musette und Jazz – gern auch innerhalb eines Stiles, wenn sich ein beschwipst torkelnder Walzer im Untergrund plötzlich wandelt und Sekunden später als brodelnder Samba entpuppt. Auf ganz eigene Weise interpretieren sie Stücke des berühmten argentinischen Komponisten Astor Piazzolla, des französischen Akkordeonspielers Richard Galliano oder des Cool-Jazz-Königs Miles Davis, hauchen Ihnen eine neue Seele ein. Verspielt, oftmals ruhig und zart, in kammermusikalischer Innigkeit.

Doch nie kann sich der Zuschauer ganz treiben lassen, hinter jedem leise daliegenden Akkord kann die nächste abrupte Wende lauern. Und nahezu immer ist da das spannende Nebeneinander von Süße und Bitternis, von lyrischen Melodiebögen und dunklen Harmonien, mit denen die drei Musiker die Klangfarben Ihrer Instrumente empfindsam zu einer traumschönen Düsternis verschmelzen lassen. Mit federnden Rhythmen und frei fliegenden Akkorden, mit knackig gesetzten Akzenten, traumwandlerisch sicher und verträumt, in einer Musik die zupackt und zugleich ungreifbar scheint.

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